Hogwarts brauchte weder Briefmarken noch Münzen

Aus dem Land, von dem keiner so recht weiss wo es liegt, ist man ja einiges gewohnt. Treppen wenden sich in den mysteriösen Gebäuden, tiefe Keller führen in unheimliche Räume. Das Transportmittel für die Briefe, die Harry Potter aus Hogwarts erhalten hat, kamen aber auf eine alt hergebrachte, ganz unzauberhafte Weise daher: Eine weiße Eule war zuständig für die Zustellung der Post. Und auch wenn der Zauberlehrling jemanden gehabt hätte, dem er einen Brief schicken wollte, Harry Potter hatte in Hogwarts Briefmarken nötig. Das löste man hier anders, halt auf eine Art und Weise, wie es ein Zauberlehrling gelernt hat.
Bei einem Blick in die Vergangenheit, in Geschichtsbücher oder in Erzählungen ist immer wieder von Briefen zu lesen, die verschickt werden. Als es noch gar keine Briefpostbeförderung gab, musste man sich anderweitig helfen. Laufburschen eilten im Mittelalter zwischen den Burgen hin und her und auch später, als die Könige auf Schlössern residierten, waren Knechte dafür zuständig, Mitteilungen von einem Ort zum anderen zu transportieren. Selten bekamen sie dafür eine Münze, und schon gar nicht ließ man die Laufburschen solche von einem Ort zum anderen transportieren, denn die Befürchtung, die Zusteller würden damit durchbrennen war den Herren dann doch zu groß.

Der berühmteste Briefzusteller war wohl der Läufer im alten Athen, der über 42 Kilometer rennen musste und nach dem der heutige Marathon, wie er in großen Städten wie New York oder London gelaufen wird, benannt wird. Auch in der Neuzeit sind Briefe immer wieder Gegenstand von Geschichten und Filmen. Ob in Form eines Briefes, der mit besonderen Briefmarken versehen war, oder einer elektrischen E-Mail, die zwar ohne eine solche auskam, aber dennoch für rege Kommunikation zwischen zwei Verliebten sorgte. Wenn es um das Verschicken von Post ging, waren immer auch große Gefühle mit im Spiel. „Briefe eines Unbekannten“, „E-Mail für Dich“ und „Wenn der Postbote zweimal klingelt“ sind nur ein paar wenige Beispiele für die Kreativität der Geschichtenschreiber, die unsereiner immer wieder faszinieren und den einen oder anderen dazu inspirieren könnte, selber mal wieder einen Brief zu verschicken, vielleicht mit einer schönen Briefmarke beklebt. Einfach mit der Schätzung Briefmarken.

Auch die Post kann über allerlei lustige Geschehnisse erzählen. So kleben Briefschreiber des öfteren statt einer Briefmarke Münzen auf einen zu verschickenden Brief, weil sie gerade keine Marke zur Hand gehabt hatten. In fremden Ländern weiss man auch oft nict so genau, wie viel man zu bezahlen hat und oft findet man auch nicht gleich eine Poststelle, die Münzen in Briefmarken tauschen würden. Wird ein Brief mit einer Münze eingeworfen, kleben Poststellen dann im Sinne des Kundendienstes eine Briefmarke drauf, so dass jeder Brief seinen Empfänger erreicht. Ob sich in Räumlichkeiten der Post schon Zauberhaftes wie im Land Harry Potters abgespielt hat, ist nicht bekannt - vielleicht sollte man hierfür mal einen alten Postboten befragen, der schon viel erlebt hat.

Hogwarts hatte Eulen, das Mittelalter Laufburschen und in der Neuzeit schreibt man sich Briefe - mit Briefmarke oder Münze beklebt. Die Art und Weise wie der Zauberlehrling seine Briefe bekommen hat, war aber einzigartig.